Es gibt einen Grund, warum du bei „Network-Marketing” zusammenzuckst, und der Grund ist ein Mensch, der dich mal mit einem Pitch überfallen hat, bevor er überhaupt deinen Namen kannte. Genau dieser Mensch ist das Problem der ganzen Branche. Und du willst auf keinen Fall werden wie er.

Die gute Nachricht: Es gibt einen simplen Satz, der dich davor bewahrt. Er ist mein wichtigster Leitsatz für jeden neuen Kontakt.

First make friend, later make business.

Zuerst der Mensch, dann das Geschäft. Klingt banal. Ist aber die Trennlinie zwischen jemandem, der anzieht, und jemandem, den man meidet.

Warum die Reihenfolge alles ist

Bei jedem neuen Kontakt baue ich zuerst eine echte menschliche Verbindung auf. Ich erfahre etwas über den Menschen. Und erst dann entscheide ich, ob ich überhaupt etwas über das Business erzähle. Nicht ob er zu meinem Geschäft passt, sondern ob mein Geschäft zu seinem Leben passt.

Der Unterschied ist riesig. Wenn ich mit dem Menschen anfange, habe ich immer ein intensiveres Gespräch, auf einer ganz anderen Ebene. Wenn ich mit dem Pitch anfange, habe ich einen Menschen, der innerlich schon die Tür zumacht.

Denn hier ist die Wahrheit über das Neinsagen: Menschen können ganz leicht Nein zu einem Business sagen. Sie können auch leicht Nein zu einem Produkt sagen. Sie können sogar leicht Nein zu dir als Geschäftspartner sagen. Aber sehr schwer fällt es jedem, Nein zu einem eigenen Traum zu sagen. Und genau da setzt du an: nicht bei deinem Angebot, sondern bei seinem Traum. Du bietest ihm ein Vehikel dorthin. Das kann nur funktionieren, wenn du vorher weißt, wohin er überhaupt will.

Du bist die Vorschau, nicht der Film

Der zweite Fehler, den fast alle machen, ist das Gegenteil von Zurückhaltung: Sie versuchen, das ganze Business im ersten Gespräch selbst zu erklären. Am Telefon. In fünf Minuten. Und scheitern.

Ich sage dir ehrlich: Niemand kann Network-Marketing am Telefon erklären. Nicht einmal ich könnte es in wenigen Sätzen. Wer es trotzdem versucht, überfordert den anderen und wirkt verzweifelt.

Deshalb ein Satz, den du dir merken solltest:

Du bist die Vorschau, aber nicht der Film.

Du bist der Trailer, nicht die Hundert-Millionen-Produktion. Deine Aufgabe ist nicht, alles zu erklären. Deine Aufgabe ist, Interesse zu wecken und dann die richtigen Werkzeuge einzusetzen. Ein gutes Video erklärt das Geschäft besser, als du es unter Druck je könntest. Das ist keine Schwäche, das ist Duplikation. Denn wenn dein System die Erklärung übernimmt, kann jeder in deinem Team es genauso machen, ohne rhetorisches Talent.

Mit Ablehnung klarkommen

Und jetzt zum eigentlichen Grund, warum die meisten aufgeben. Es ist nicht das Produkt, es ist nicht der Markt, es ist die Ablehnung. Die Fähigkeit, mit einem Nein umzugehen, ist die größte Hürde für jeden Unternehmer, nicht nur für Networker.

Wenn du zuerst den Menschen suchst und nicht das Geschäft, verändert sich auch, wie sich ein Nein anfühlt. Es ist dann kein Nein zu dir. Es ist einfach ein Nein zu einem Angebot, das gerade nicht passt. Das kannst du aushalten. Ein Nein zu deiner Person triffst du persönlich, ein Nein zu einem Timing nicht.

Trotzdem wirst du auf Menschen treffen, die interessiert wirken, dir Zeit kosten und dann doch nie ins Handeln kommen. Und hier kommt eines meiner Lieblingszitate ins Spiel:

Eine nasse Nudel kannst du nicht schieben.

Biete Hilfe an, aber warte nicht auf jemanden. Hilf denen, die den Support auch verdienen, die selbst ins Handeln kommen. Deine Energie ist begrenzt und wertvoll. Sie gehört den Menschen, die ziehen, nicht denen, die du schieben musst. Das klingt hart, ist aber der Selbstschutz, ohne den du ausbrennst.

Anziehen statt jagen

Wenn du diese drei Dinge zusammennimmst, hast du das Gegenmodell zum peinlichen Pitchen. Du fängst beim Menschen an. Du erklärst nicht alles selbst, sondern lässt die Werkzeuge arbeiten. Und du investierst deine Kraft in die, die es verdienen.

Das ist Pull statt Push. Du überredest niemanden, du ziehst die Richtigen an. Und genau deshalb wirst du nie der Mensch, vor dem du selbst zusammengezuckt bist.

Frag dich beim nächsten Kontakt nur eine Sache, bevor du irgendetwas verkaufst: Weiß ich eigentlich, wovon dieser Mensch träumt? Wenn nicht, ist es zu früh für Business. Dann ist erst mal Zeit für friend.