Die meisten Menschen vergleichen vor dem Einstieg die Firmen. Produkt, Vergütung, Land, Marktstart. Verständlich, und trotzdem an der falschen Stelle gemessen.

Zwei Menschen können im selben Unternehmen mit demselben Produkt starten und nach zwei Jahren an völlig verschiedenen Punkten stehen. Der Unterschied liegt fast immer bei der Person, mit der sie gestartet sind.

In Kürze

  • Nicht die Firma entscheidet über dein Ergebnis, sondern dein direkter Ansprechpartner.
  • Lautstärke ist kein Führungsmerkmal. Wer ständig zeigt, was er hat, führt selten Menschen.
  • Ein guter Sponsor kann sagen, was du in Woche eins konkret tust. Ein schlechter erzeugt Stimmung.
  • Prüfe, wer nach sechs Wochen noch antwortet, nicht wer beim Einschreiben begeistert war.
  • Die ehrlichste Prüffrage: Wen hat diese Person groß gemacht, außer sich selbst?

Lautstärke ist keine Führung

In dieser Branche gibt es einen Typ, den jeder kennt. Große Bühne, große Zahlen, große Worte. Auto im Bild, Uhr im Bild, Rang im Bild.

Das ist kein Leader, das ist ein Selbstdarsteller. Der Unterschied zeigt sich nicht, wenn es läuft. Er zeigt sich, wenn es bei dir nicht läuft.

Ein Leader misst sich an den Leuten, die ohne ihn gewinnen. Ein Selbstdarsteller misst sich an der Aufmerksamkeit, die er bekommt. Beide können dieselbe Bühne betreten. Nur einer ruft dich zurück, wenn du drei Absagen hintereinander kassiert hast.

Ich habe bewusst kein teures Auto und keine teuren Uhren. Nicht weil das verwerflich wäre, sondern weil es über die Frage, ob jemand dich aufbauen kann, exakt nichts aussagt.

Die sieben Fragen, die ich stellen würde

Wenn ich heute neu anfangen würde, würde ich meinem künftigen Ansprechpartner genau diese Fragen stellen. Nicht als Prüfung, sondern weil die Antworten in fünf Minuten mehr verraten als jede Präsentation.

1. Was mache ich in Woche eins, konkret? Ein guter Sponsor hat darauf eine Antwort aus Abläufen: an welchem Tag, mit welchem Werkzeug, mit welchem nächsten Schritt. Wenn die Antwort aus Begeisterung besteht, fehlt das System dahinter.

2. Wen hast du aufgebaut, der heute ohne dich läuft? Die wichtigste Frage überhaupt. Jemand kann selbst stark verkaufen und trotzdem noch nie jemanden groß gemacht haben. Du suchst das Zweite.

3. Was passiert, wenn ich drei Monate lang kein Ergebnis habe? Achte darauf, ob die Antwort von dir handelt oder von deinem Einsatz. Beides ist legitim. Nur solltest du wissen, was dich erwartet.

4. Womit verdient ihr das Geld? Ein tragfähiges Geschäft verdient an Produkten, die echte Endkunden auch ohne Provision kaufen würden. Wenn die Antwort ausschließlich um das Anwerben kreist, ist das Gespräch beendet.

5. Was muss ich investieren, und wofür genau? Klare Zahl, klare Gegenleistung. Ein guter Sponsor nennt beides ohne Umschweife und ohne Druck, heute unterschreiben zu müssen.

6. Was sagst du Menschen, die nein sagen? Die Antwort zeigt dir die Haltung des ganzen Teams. Wer hier von Überzeugen und Dranbleiben spricht, baut Druck auf. Wer von Passung spricht, baut Beziehungen.

7. Wie erreiche ich dich, wenn es hakt? Nicht die Antwort zählt, sondern die Probe. Schreib zwei Wochen später nochmal. Wer dann antwortet, meint es.

Der Test nach sechs Wochen

Beim Einschreiben sind alle begeistert. Das kostet nichts. Interessant wird es danach.

Ich sage Menschen, die mit mir sprechen, deshalb ziemlich früh, was sie von mir bekommen und was nicht. Sie bekommen Zugriff auf mein System, auf meine Abläufe und auf mich. Sie bekommen keine Garantie, dass es leicht wird, und keine Zahl, die ich ihnen verspreche.

Das klingt weniger aufregend als der übliche Ton in dieser Branche. Es hält aber länger, und es zieht die Leute an, mit denen man tatsächlich etwas bauen kann.

Wenn du gerade vergleichst

Dann vergleiche nicht die Firmen, sondern die Menschen. Stell die sieben Fragen. Und achte weniger darauf, wie überzeugend jemand redet, als darauf, ob er dir sagen kann, was du am Montagmorgen tust.

Das ist der Unterschied zwischen jemandem, der dich einschreibt, und jemandem, der dich aufbaut.