Motivation fühlt sich großartig an. Genau das ist das Problem. Denn sie ist der unzuverlässigste Geschäftspartner, den du je hattest. Morgens ist sie da, mittags ist sie weg, und du sitzt vor der Aufgabe, auf die du keine Lust mehr hast.
In einer Folge unseres Podcasts haben Robert Pauly und ich genau das auseinandergenommen. Die Frage war eigentlich: Muss man Talent haben, um im Network-Marketing erfolgreich zu werden? Die Antwort führt uns direkt zu der Sache mit der Motivation, und zu einer Reihenfolge, die kaum jemand kennt.
Talent ist nett, aber es entscheidet nichts
Die Amerikaner fragen: nature or nurture? Ist der Unternehmer genetisch vorprogrammiert, oder lässt sich das lernen? Robert und ich sind uns einig: Beides spielt eine Rolle, aber am Ende entscheidet es nicht.
Der stärkste Beweis dafür sind die vielen erfolgreichen Unternehmer, die introvertiert sind. Ich kenne jemanden, der auf der Bühne ganze Säle begeistert und danach am Tisch am liebsten seine Ruhe hat und aufs Handy schaut. Introvertierte Typen, trotzdem massiv erfolgreich. Das zeigt: Deine genetische Ausstattung ist nicht dein Schicksal. Wenn ein gewisser Drive da ist, kannst du den Rest lernen.
Ein Satz dazu, den ich liebe: Harte Arbeit schlägt Talent, wenn Talent nicht hart arbeitet.
Drei Voraussetzungen statt tausend Ausreden
Statt über Prozente von Talent zu diskutieren, zählen für mich drei Dinge. Nur drei.
- Willig sein. Bereit, jetzt wirklich etwas zu verändern, nicht irgendwann.
- Hungrig sein. Und zwar auf mehr, nicht nur weg vom Schmerz. Viele lösen ihren Schmerz, hören dann auf, weil es nicht mehr wehtut, und schöpfen ihr Potenzial nie aus. Der Hunger muss über den Schmerz hinausgehen.
- Coachbar sein. Lernbereit, und bereit, das Gelernte auch umzusetzen. Zuhören allein reicht nicht.
Wenn diese drei da sind, ist es fast egal, was du an Veranlagung mitbringst. Manchmal müssen wir erst in eine Situation gezwungen werden, um zu entdecken, was in uns steckt. Robert war als Kind, in seinen eigenen Worten, eine völlige Pfeife im Sport, bis ihn die Bundeswehr zum Laufen zwang. Erst da fand er das Talent, von dem er nichts wusste, und Freude daran. Das lässt sich eins zu eins übertragen.
Progress equals happiness
Warum das alles zieht, erklärt ein Satz von Tony Robbins, mein Lieblingszitat: Progress equals happiness. Glück liegt in der Weiterentwicklung.
Wer etwas erschafft und wachsen sieht, bekommt Appetit auf mehr. Robert bringt den Klassiker Flow von Mihaly Csikszentmihalyi ins Spiel: Glücklicher wird man nur, wenn man wächst, wenn die Hürde steigt. Im Kampfsport ist es erst der Basis-Kick, dann der gesprungene, dann der gesprungene und gedrehte. Jede Stufe fühlt sich besser an als die letzte, obwohl sie schwerer ist. Genau dieses Gefühl ist der eigentliche Motor, nicht das Ergebnis.
Die Reihenfolge, die kaum jemand kennt
Und jetzt die unbequeme Wahrheit über Motivation. Arnold Schwarzenegger wurde mal gefragt, wie er sich immer wieder motiviert. Seine Antwort sinngemäß: Motivation spielt keine Rolle, weil Motivation immer nur kurz ist. Was zählt, ist Disziplin. Die Dinge tun, auch wenn man keine Lust hat.
Daraus ergibt sich eine Reihenfolge, die die meisten falsch herum denken:
- Zuerst kommt Motivation. Der Funke, der dich starten lässt.
- Dann kommt Disziplin. Sie trägt dich durch die Tage, an denen der Funke fehlt.
- Dann kommt Freude. Denn wer trotz fehlender Lust handelt, fühlt sich danach besser, der Körper belohnt es sogar messbar.
- Und erst dann kommt Erfolg.
Fast alle warten auf Schritt eins und wundern sich, dass Schritt vier ausbleibt. Sie haben die Reihenfolge nie verstanden. Motivation ist der Zündschlüssel, nicht der Motor. Der Motor ist Disziplin.
Was du daraus mitnimmst
Hör auf, auf den perfekten motivierten Moment zu warten. Er kommt nicht zuverlässig genug, um darauf ein Business zu bauen. Bau stattdessen auf Disziplin, und lass die Freude sich einstellen, während du handelst.
Definier für dich selbst zwei Dinge: Wann bin ich zufrieden, und wo bin ich trotzdem noch hungrig? Diese zwei Punkte gleichzeitig zu kennen, ist der Unterschied zwischen jemandem, der brennt, und jemandem, der ausbrennt.